Miri und Lisa in Ghana

- Ein Abenteuer beginnt

 
20Juli
2014

Bald geht es zurück..

Ihr Lieben,

 

 

in zwei Wochen geht es zurück nach Deutschland !

Unglaublich wie schnell die Zeit im nachhinein verflogen ist.

Anfangs war es unglaublich schwer hier Fuß zu fassen und die Lebensweise der Ghanaer zu verstehen. Wir hatten ziemliche Schwierigkeiten uns hier zurecht zu finden, aber mittlerweile fühlen wir uns zuhause. Ja- Ghana ist so etwas wie ein zweites Zuhause geworden.

Man hat Freunde gefunden, sich einen Alltag aufgebaut und sich eingelebt.

Nun wird das langsam alles zu Ende gehen und Erinnerungen werden uns für immer bleiben.

In den zehn Monaten haben wir viel gesehen, erlebt und gelernt.

Gelernt hört sich sehr ,,schulisch“ an, aber man hatte hier sehr viel Zeit nachzudenken und sich mit Dingen zu beschäftigen, für die man in Deutschland vermutlich nie Zeit gefunden hätte.

 

Da wir uns schon sehr lange nicht mehr gemeldet haben, können wir unmöglich die letzten Ereignisse berichten. Das würde einfach viel zu lange dauern.

Dafür werden wir sie Euch in spätestens zwei Wochen mit Bildern und Videos näher bringen. ;-)

 

Einige von Euch haben mich und mein Projekt tatkräftig unterstützt. Viele haben Spenden überwiesen oder sogar materielle Spenden mitbringen lassen.

Vielen vielen Dank dafür!

Damit Ihr wisst, wo Euer Geld angebracht wurde, erläutere ich kurz meine Spendenausgaben.

 

Wie Ihr mittlerweile alle wisst, arbeiten wir hauptsächlich im Kindergarten und in der 1. Klasse.

Diese beiden Klassen sind in einem Raum untergebracht, der sehr trist wirkte.

Um dort ein bisschen Farbe und Liebe in den Raum zu bringen, haben wir Farben, Pinsel, Klebeband etc. gekauft.

An Ostern haben wir uns in die Schule begeben und haben das Klassenzimmer neu gestaltet.

Die Wände strahlen nun in einer warmen Sandfarbe und darauf, in bunt, das ABC, die Zahlen und ein beschrifteter Menschenkörper.

Des Weiteren wurden Plakate und selbstgemalte Bilder angebracht.

Nach den Ostertagen kamen die Kinder und Kollegen mit strahlenden Augen in das Zimmer und sie waren alle begeistert.

Wir haben sogar ein Lob von unserer Gastmutter bekommen- das kommt eigentlich so gut wie nie vor :-D

 

An dieser Stelle würde eigentlich ein Bild erscheinen, nur leider ist das Internet in der Regenzeit so schlecht, dass das Hochladen leider nicht möglich ist.

 

Bis vor ein paar Wochen war mir noch nicht klar, was ich mit den restlichen Spenden machen sollte.

Vor circa 14 Tagen hat eine Schülerin, Grisilda, ihren Vater verloren.

Sie geht in die fünfte Klasse und der Tod des Vaters kam unerwartet, so dass die Familie ohne jeglichen Rückhalt da steht.

In Ghana ist der Mann das ,,Oberhaupt“ der Familie und wenn der Mann die Familie verlässt, ist diese nahezu chancenlos.

Da Grisilda noch zwei weitere Geschwister hat, kann die Mutter die Schulgebühren nicht mehr bezahlen.

Also habe ich mich mit unserem Schulleiter zusammengesetzt und ihr einen Schulterm mit Euren Spenden ermöglicht.

So hat die Familie Zeit sich zu strukturieren und wieder Fuß zu fassen.

Des Weiteren wird von den Spenden ein Schulterm für einen Jungen aus der zweiten Klasse bezahlt.

Er kommt aus einer ,,ärmeren“ Familie und ihr habt ihm, mit Euren Spenden, einen weiteren Schulterm ermöglicht.

 

Ich hoffe, dass diese Verwendung für Euch in Ordnung ist und möchte mich an dieser Stelle schon einmal im Vorraus bedanken.

Es ist wirklich toll zu wissen, dass es Menschen gibt, die die Kinder, Menschen und mich hier unterstützen. Vielen Dank !!

 

Liebste Grüße

Lisa

 

 

Mehr über unsere Erlebnisse und Erfahrungen werden wir euch dann in zwei Wochen ausführlich berichten.

Wir freuen uns tierisch auf Euch und wünschen Euch noch sonnige Tage.

 

 

 

13April
2014

Mitte April

Nun ist Mitte April und wir melden uns wieder zu Wort- wir sind fast einstellig!

In dem letzen Blogeintrag haben wir euch von unseren Besuchen erzählt und euch von unserem ,,Schulproblem“ berichtet.

 

Das Schulproblem hat sich gelöst. Zur Zeit unterrichten wir die vierte Klasse in Deutsch, helfen in der Küche und kümmern uns natürlich um unsere Lieblinge in der Nursery und in der ersten Klasse.

Zwischendrin oder auch nach der Schule geben wir verschieden Schülern Nachhilfe.

So haben wir den ganzen Tag über etwas zu tun und sind vollkommen zufrieden. Hoffentlich bleibt das jetzt auch so.

 

Eine Woche nach Toms und Johannas Abreise sind Jan, Joel und wir Beide in den Norden gefahren.

Die Fahrt dorthin hat circa 12 Stunden gedauert und war aufregend.

Wir haben uns ein paar Tage vor der Abreise Tickets bestellt und zu unserer Überraschung fuhr der Bus auch einigermaßen pünktlich ab.

Mitten in der Nacht gab es Komplikationen. Unser Bus kam ins Schwanken und wir hatten das Gefühl, dass unsere Reise hier beendet sein würde.

Unser Busfahrer hatte in der Dunkelheit eine Frau und einen Hund übersehen und hat versucht den Beiden auszuweichen. Da unser Bus ein ordentliches Tempo hatte, kam der Bus ins Schwanken. Wir alle hatten das Gefühl, dass wir nur noch auf zwei Reifen standen und der Bus jeden Moment umkippt. Gott sei Dank war das jedoch nicht der Fall, denn der Busfahrer brachte den Bus zum stehen.

Nachdem wir endlich eingeschlafen waren, wackelte der Bus erneut.

Wir wissen nicht genau wie alles passiert ist, auf jeden Fall fuhren wir Schlangenlinien und krachten gegen einen hohen Borstein. Wir hörten nur ein richtig lautes Geräusch und danach ging ersteinmal nichts mehr.

Alle Mitreisenden gingen raus, um sich das ganze Spektakel anzuschauen. Außer Miri, die schlief gemütlich weiter.

Unsere erste Vermutung war, dass die Reifen geplatzt waren. Das wäre wirklich blöd gewesen, weil wir irgendwo in einem kleinen Dorf standen, in dem es gerade mal einen kleinen Straßenstand gab. Da hätten wir lange auf einen neuen Reifen warten können.

Nachdem circa 50 Ghanaer den Fall lautstark diskutiert hatten, war klar, dass das Schutzblech vorne komplett abgerissen war.

Das hieß, dass der Bus auf jeden Fall noch weiter fahren wird.

Die Frage lautet nun: Wohin mit dem Schutzblech ?

Unser Bus war voll gestopft bis oben hin und zwar wirklich bis oben hin!

Das gesamte Dach und jede einzelne Stelle war bepackt.

Der Busfahrer entschied, dass das Schutzblech auch noch mit auf das Dach gebunden werden sollte.

Also wurde eine Seil quer durch den Bus gereicht und einmal über das Dach gebunden und weiter ging es.

Danach bekamen wir kein Auge mehr zu, bis wir endlich in Tamale angekommen waren.

Dort lernten wir zwei Ghanaer kennen, mit denen wir quer durch die Stadt zogen.

Wir gingen frühstücken und besuchten einen tollen Kunstmarkt und den Zentralmarkt.

Nachdem wir fleißig gehandelt und alles besorgt hatten, machten wir uns auf den Weg nach Larabanga.

Larabanga (westlich von Tamale) ist ein kleines Dorf vor dem Molepark.

Auf dem Weg dorthin machten wir Bekanntschaft mit einem deutschen Student, der seine Semesterferien in Ghana verbrachte. Dieser reiste dann mit uns weiter.

Der Molepark war unser nächstes Ziel und ist der bekannteste Nationalpark Ghanas.

In Larabanga schliefen wir auf einem kleinem Hausdach, unter freiem Himmel.

Im gleichen Hostel trafen wir zufällig noch vier Freunde, die uns von dem Molepark begeistert erzählten.

Nun war unsere Spannung noch größer und wir freuten uns riesig auf den kommenden Tag.

Dann war es endlich so weit.

Morgens um sechs Uhr sind wir mit gemieteten Fahrrädern fünf Kilometer zum Molepark hin geradelt.

Die Natur im Park war unbeschreiblich toll.

Es war traumhaft.

Wir kamen aus einem Regenwald und spazierten in die Savanne. Dort gab es nichts anderes außer Sand, trockenen Bäumen und ein paar Sträuchern und ganz viel Ruhe!

Nach circa einer Stunde Fußmarsch gelangten wir an ein Wasserloch, in dem Elefanten badeten. Echte Elefanten standen circa fünf Meter weit weg- aufregend!

Nach unserer Führung gab es noch die Möglichkeit in einen Swimmingpool zu springen.

Da wir seit Ankunft kein fließendes Wasser oder Schwimmbad genutzt haben, nutzen wir die Gelegenheit natürlich aus.

Diesen Tag haben wir genossen.

Nach dem Molepark haben wir noch einen Abstecher zur ,,New Mosque“ gemacht. Diese wurde 1421 im westsudanischen Stil erbaut. Sie besteht komplett aus Lehm, Stangen- und Knüppelholz und gehört laut der UNESCO zu den meist gefährdeten Kulturgütern der Welt.

Von Innen durfte man die Moschee leider nicht besichtigen, weil es für Ungläubige verboten ist.

Als wir zurück im Hostel waren, fing es an zu regnen.

Da wir sowieso noch unter die Eimerdusche mussten, haben wir uns kurzerhand entschieden, im Regen zu duschen.

Also wurde das Shampoo ausgepackt und im Hof geduscht- effektiver als eine Eimerdusche war es auf jeden Fall =)

Von Larabanga fuhren wir nach Boabeng- Fima, ins Affenreservat.

Wir liefen durch einen Wald zu unseren Zimmern. In diesem Wald lebten zwei Affenarten in ihrem natürlichen Lebensraum, die um uns herum sprangen.

Da wir erst nachmittags in Boabeng- Fima ankamen, gingen wir erst am nächsten Morgen in den Wald.

Eigentlich waren wir sehr geschafft, aber wir entdeckten in der Nähe des Dorfes ein kleines verstecktes Dorf.

Dort leben 100 Menschen, ob alt oder jung, friedlich zusammen.

Im Dorf findet zweimal täglich ein Gottesdienst statt, zu dem wir natürlich direkt eingeladen wurden.

Der Gottesdienst war besonders.

Die Einheimischen saßen auf Stühlen und lauschten dem Priester, der gleichzeitig das Dorfoberhaupt ist.

Um den Priester herum saßen Jugendliche, die gesungen und getanzt haben.

Die Stimmung war mystisch und wir fühlten uns wie in eine andere Zeit versetzt.

Durch die Dunkelheit wirkte es erdverbunden und traditionell- eine tolle Erfahrung!

Nach der Predigt rief unser Bett nach uns, weil es am nächsten Morgen zu den Affen in den Wald ging.

Wir fütterten die Affen mit Bananen und genossen die Luft und die Geräusche.

Die Affen waren wirklich frech- einer hat einem Freund von uns sogar das Handy geklaut!

Auf unserer Rückreise nach Accra, stoppten wir bei einem kleinem Wasserfall, unter dem wir duschten.

Frisch geduscht machten wir es uns in unserem Bus bequem und düsten nach Hause.

Zuhause angekommen fielen wir ins Bett.

Die Nordenreise war klasse und bleibt unvergesslich.

 

Vor zwei Wochen hatten wir unser vorletzes Seminar.

Dort trafen wir alle Freiwillige wieder und tauschten uns drei Tage aus. Wir sind schon wie eine kleine Familie zusammen gewachsen.

 

Danach sind Jan und Joels Familien gekommen. Die Jungs reisen viel mit Ihnen und genießen ihre gemeinsame Zeit.

 

Während unsere beiden Mitbewohner unterwegs waren, hatten wir Besuch. Drei Freunde haben ein paar Tage bei uns übernachtet und wir haben viel gespielt und gelacht.

 

Gestern haben wir Beide mit unseren Gasteltern ein typisch ghanaisches Gericht gekocht.

Dieses Essen nennt sich Kose.

Das ist ein Teig, der sich aus weißen Bohnen und Chilli zusammen setzt und am Ende frittiert wird.

Die Konsitenz gleicht einem Berliner und geschmacklich ist es wirklich schwer zu beschreiben.

Wir werden es mal für euch zubereiten :) .

Uns ist gerade aufgefallen, dass wir euch noch nie richtig von unserem Essen hier erzählt haben.

Das Essen ist scharf und fettig/ ölig.

Banku und Fufu sind hier die Nationalgerichte.

Es sind Beides Brei- Bälle mit unterschiedlichen Soßen, die man mit der Hand isst.

Die Ghanaer essen generell nur mit der Hand, aber nur mit der Rechten, denn die Linke ist unrein ;).

Ansonsten essen wir viel Reis mit scharfen Soßen, Yam (eine Wurzel), Ananas, Mango und Weißbrot.

Das Weißbrot macht kein bisschen satt, so dass man ein ganzes Brot essen könnte, ohne satt zu werden.

Auf dem Brot essen wir entweder deutsche Nutella oder Erdnussbutter.

So sieht unsere Ernährung aus.

 

Das sind die Neuigkeiten von uns.

 

Wir wünschen euch ganz tolle und friedliche Ostertage.

Lasst es euch gut gehen und genießt die leckere Schokolade, die Eier und alles andere für uns mit!

 

Wir werden in den Osterferien nach Togo reisen :)

 

11März
2014

Halbzeit

Hello.

 

Hier sind wir endlich wieder. Entschuldigt, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben, aber wir hatten einiges zu tun, oft Stromausfall und viel Besuch- aber jetzt berichten wir über unsere letzen Wochen oder eher Monate.

 

Nach der Beachtour und Franz und Brigittes Besuch waren die ,,Winterferien“ zu Ende. Also ging der Schulalltag wieder los.

Zuerst werden wir jetzt über unser ,,schulisches Leben“ berichten und danach zu unserer Freizeit übergehen.

 

Wir haben viel unterrichtet, hauptsächlich Mathe und Englisch, Unterrichtsstunden vorbereitet, Examen korrigiert, Hausaufgaben berichtigt, wilde Erstklässler beruhigt und zwischendurch die Kleinen aus dem Kindergarten gefüttert und ihre Windeln gewechselt.

Wir waren von ca. 6:30 Uhr bis 15:00 Uhr nur im Klasseraum und haben versucht unser Bestes gegeben.

Im Verlaufe der letzten Monate  wurde es immer heißer, trockener und stickiger und irgendwann stieg uns die Arbeit über den Kopf.

Nach der Schule waren wir immer sehr geschafft, mussten dann aber noch putzen, waschen, kochen, irgendwelche Kleinigkeiten erledigen und danach ging es ins Bett.

Diese Routine ist dann auch irgendwann auf die Stimmung geschlagen, so dass öfter Anspannung in der WG herrschte.

Nach einiger Zeit haben wir unser Problem bei unserem Gastvater angesprochen. Wir haben versucht zu erklären, dass uns diese Aufgabe zu groß ist und wir wenigstens ein bis zwei Freistunden in der Woche haben möchten. Jan und Joel haben jeden Tag mehrere Freistunden und wir haben, bescheiden wie wir sind, um ein bis zwei Stunden gebeten.

Daraufhin hat er nur gelacht und meinte, dass wir das schaffen müssen und dass andere Freiwillige doch noch viel mehr arbeiten würden- wir sollten uns doch nicht anstellen.

Auf diese Antwort hatten wir wirklich nicht gehofft.

Also riefen wir unsere Mentorin Faith an und baten um ein gemeinsames Gespräch mit unserer Gastfamilie. Gesagt-getan. Das Resultat: Miriam und Lisa sollen zusätzlich auch noch Biologie und Religion unterrichten.

Uns Beiden war klar, dass wir das nicht tun werden. In Biologie lernen die Kinder, dass eine Frau schwanger wird, weil Gott das Baby in ihren Bauch setzt und wachsen lässt- In Religion wird ihnen beigebracht, dass ihr Lebensziel ist, in den Himmel zu kommen. Gott steht über allem und entscheidet über Fähigkeiten und Gefühle.

Viele unserer Kinder haben kaum Selbstbewusstsein, in dem Sinne, dass sie einfach nicht begreifen, dass sie selbst, ihre Meinung oder ihr Denken eine Rolle im Leben spielt. Das fällt uns in vielen Ebenen auf. Wenn wir zum Beispiel mit ihnen Memory spielen, sie ein Paar gefunden haben, bedanken sie sich bei Gott. Sie glauben nicht daran, dass ihr Leben in ihrer Hand liegt, sondern in der Gottes.

Da wir uns an den ghanischen Lehrplan halten sollen, werden wir diese zwei Fächer nicht unterrichten.

Unsere Meinung wurde von unserer Mentorin unterstützt, so dass sie weiterhin versucht mit Ebo zu sprechen.

Vor drei Wochen wurde eine neue Auntie bestellt. Sie sollte uns zeigen wie man in Ghana unterrichtet. Also saßen wir geschlagene drei Wochen hinten im Klassenraum und beobachteten die neue Lehrerin beim Schlagen und Schreien.. oder haben Geschirr abgewaschen.

Diese drei Wochen sind jetzt um und wir sind heilfroh unsere Kleinen wieder zu haben. Bis uns am Mittwoch unsere Gastmutter die Nachricht überbrachte, dass jetzt dauerhauft eine neue andere Lehrerin eingestellt wird, die die erste Klasse übernehmen wird.

Das war ein Schlag ins Gesicht.

Die Kinder haben durch uns Lesen gelernt und sie konnten alle im 20-er Bereich plus und minus rechnen. Die andere Auntie hat mit ihnen plus,minus, mal und geteilt im 600-er Bereich gerechnet- vielleicht ein bisschen zu viel für Sechsjährige..

Da wir fünf Monate lang nur im 20-er Bereich gerechnet haben, waren unsere Schüler überfordert. Sie hatten Angst vor der Auntie, weil sie sie viel geschlagen hat. Ein Junge hat sich sogar in die Hose gemacht, weil er sich nicht getraut hat zu fragen, ob er auf die Toilette gehen darf.

Das Verhalten der Leherin haben wir bei unseren Gasteltern angesprochen- erneut Gelächter als Antwort. Damit war das Gespräch dann auch beendet.

Für die kommenden Wochen ist Geduld gefragt.

Wir werden mit unserer neuen ,,Kollegin“ sprechen, so dass wir zusammen unterrichten und jeder zufrieden ist. Wir halten euch auf dem Laufenden (;

 

Wir- und unsere Kleinen möchten uns ganz ganz herzlich bei Miriams Mutter und bei Familie Neumann bedanken.

Wie man auf den folgenden Bilder sieht, hatten die Kinder super viel Spaß an euren Geschenken!

Ganz viele kleine strahlende Augen:

  Spannung steigt Da kamen sogar die Großen rüber :) - wie heißt es so schön: ,,Haribo macht Kinder froh und Erwachsene eben so glückliche Kinder:)  Rose schmeckt es ! Ein bisschen Karneval in Ghana Vielen vielen Dank!

 

 

 

 

An einem Wochenende wurden wir von unserem Gastvater zu einer Beerdigung eingeladen-

die Schwester eines Chiefs (Oberhaupt) war gestorben.

Uns wurden dunkel braune Kleider geschneidert, die alle zu klein waren. Wir waren fast eine halbe Stunde damit beschäftigt, diese Kleider irgendwie anzubekommen.

Nachdem diese Hürde hinter uns lag, kam der Bus, den unsere Gastfamilie bestellt hatte. Es ging in die Nähe von Winneba (nord- westlich von Accra).

Als wir dort ankamen, fiel unser erster Blick auf das Blut vor der Tür.

Sie haben der Schwester Tieropfer gebracht. Insgesamt wurden an diesem Tag um die 15 Ziegen getötet. Uns wurde erzählt, dass in manchen Teilen Ghanas auch noch Menschenopfer gebracht werden.

Das wird sogar in unserem Dorf ,, Ablekuma“ getan.

Wenn der König stirbt, müssen die kandidierenden Nachfolger Menschenopfer bringen. Das bedeutet, die Kandidaten fahren mit Autos durch die Gegend und haben eine Machete in ihrer Hand. Mit dieser Machete schneiden sie den Menschen (meistens Kinder) den Kopf ab- den Menschenkörper lassen sie mitten auf der Straße liegen. Der Kopf der Kinder wird dann ans Grab des Toten gelegt. Das hat uns sehr geschockt, weil dieses Ritual im Dezember 2012 hier wirklich durchgeführt worden ist.

 

Auf der Beerdigung wurden wir in einen Hinterhof geführt, in dem die Familie des Chiefs saß. Es herrschte eine angespannte Stimmung, weil wir auf einmal vor den Oberhäuptlingen standen.

Sie saßen dort in Stoff eingewickelt und haben die näheren Freunde/ Bekannte begrüßt.

Wir sind zwar keine engeren Bekannte, aber Obrunis - also waren wir irgendwann auch an der Reihe.

Jedem Familienmitglied wurde die Hand gegeben und wir durften sogar kurz mit ihnen sprechen. Einige wirkten aber arrogant, weil sie uns noch nicht einmal mit einem Blick gewürdigt haben.

Nachdem wir allen ,,Hello“ gesagt haben, ging es zum Palast der Familie. Da durften ebenfalls nur sehr enge Freunde hin :D

Joel hatte seine Geige mit und hat für die Gastgeber ein kleines Ständchen gebracht. Währenddessen wurden wir mit Fufu und Getränken versorgt.

Vor der Beerdigung hat uns jeder erzählt, dass die meisten Leute nur wegen des Essens auf Beerdigungen gehen. So war es dann auch. Nachdem wir alles aufgegessen und noch acht Lunchpakete in unseren Taschen verstaut hatten, fuhren wir auf den Dorfplatz. Dort war das ganze Dorf versammelt und alle haben getanzt, gefeiert, gelacht, getrommelt und gesungen. Anfangs wirkte es etwas befremdlich, aber die Menschen trauern hier anders.

Während sie tanzen, verschmelzen sie mit der Musik und sind näher an dem Toten, so dass sie sich besser verabschieden können. Ist doch auch eine schöne Art und Weise den Verstorbenen zu würdigen, oder nicht?

Beerdigung

Das Getanze haben wir uns noch eine Weile angeschaut, bis es wieder zurück nach Accra ging.

 

Am Wochenende danach stand unsere erste WG Party an.

Wir luden circa 20-25 Leute ein und feierten Fionas Abschied. Sie war nur für drei Monate in Ghana und ihre Einsatzzeit war nun zu Ende.

Am Abend wurde viel getanzt und gelacht.

 

Dann stand der nächste Besuch vor der Türe.

Am 29. Januar war es endlich so weit! Miris Mama, Petra, kam nach Ghana.

Es war ein wunderschönes, unbeschreibliches Gefühl als ich meine Mama am Flughafen in die Arme nehmen konnte!

Eine Last, eine Art Anspannung fiel auf einmal von mir ab. So so schön :)

Meine Mutter und ich haben viele Trips zusammen unternommen aber auch sehr, sehr viel geredet, im Bett gelegen und einfach Zeit miteinander verbracht. Ja, so gerne und viel Zeit hätte ich früher nicht unbedingt mit meiner Mama verbringen wollen. Aber Ghana zeigt einem, was im Leben wirklich zählt und welche Menschen wir am meisten brauchen.

'Aufgetankt' ging es dann los nach Cape Coast. Im Kakum Nationalpark sind meine Mutter und ich über den Canopy-Walk gelaufen und haben eine Tour durch den Regenwald (eigentlich nur Semiregenwald) gemacht. Meine Mutter war genauso fasziniert von den Pflanzen, deren vielfalt und Pracht, wie ich. Danach ging es zur Krokodilfarm, Krokodile streicheln. Zumindest für mich. Mama stand zitternd und mit genügend Abstand vom Geschehen entfernt.

Am nächsten Tag sind wir durch Cape Coast spaziert, haben sehr viele schöne afrikanische Sachen und Mitbringsel gekauft und waren 'europäisch' Essen.

Zurück in Ablekuma hat meine Mutter unseren Alltag kennengelernt (davon kann sie euch ja auch noch selbst berichten).

Sie ist mit in die Cradle of Grace gekommen und hat uns beim Unterrichten zugesehen und mit den Kindern gespielt. 'Auntie Petra' war sehr schnell, sehr beliebt und die Kinder fragen noch jetzt jeden Tag nach ihr :)

Außerdem waren meine Mutter und ich noch in Koforidua und haben Sophie und Pia in ihrer neuen Gastfamilie besucht. Den beiden geht es glücklicher Weise sehr gut und sie fühlen sich in Koforidua wohl. Muss man auch einfach: Koforidua ist wunderschön! Eine Berglandschaft, voll mit Regenwald, Wiesen, Bäumen, exotischen Tieren und einer herrlichen Luft.

Mit Sophie und Pia sind wir beide zu den Acca Wasserfällen gefahren. Die waren fast ausgetrocknet- fast. Gerade noch genug für eine wohltuende Tröpchen-Dusche.

Wir vier saßen dann noch ein Weilchen auf dem Umbrella-Rock und haben einfach die Sonne und die Natur genossen- bis die Mosquitos zu viel wurden.

Als wir wieder zurück in Ablekuma waren, haben wir noch Touren durch Accra gemacht: Kaneshie Market, Artmarket, Krokrobitey Beach und Circle.

Die zwei Wochen mit meiner Mutter waren einfach wunderschön und ich bin froh, dass sie kommen konnte. Danke, Mami :)

 

An einem weiteren Wochenende ist Lisa mit Jan und Joel zu anderen Freiwilligen nach Adaiso gefahren. Die Freiwilligen arbeiten für ein Jahr auf verschiedenen Farmen, ernten z.B Ananas oder setzen Mais etc. ( Die geernteten Ananas werden sogar bei uns im Lidl, getrocknet verkauft.

Auf dem Weg zu ihnen haben wir unseren Trotostopp vergessen und sind in irgendeinem kleinen Dorf gelandet. Dort wurden wir von Dorfeinwohnern begrüßt. Da es schon sehr spät war, fuhr leider kein Trotro oder Taxi mehr, so dass wir aufgeschmissen waren. Auf einmal hat uns jemand angeboten, dass uns der Chief (Oberhäuptling) des Dorfes zu unserem Ziel bringen könnte. Also wurde der Chief geweckt und dieser hat uns höchstpersönlich zu den Freiwilligen gebracht. Das war wirklich super lieb!

An einem Tag sind wir morgens mit unserem Eimern quer durch das Dorf gerannt um Wasser zu schöpfen, da der Brunnen zu leer war. Wir liefen in den Regenwald hinein, zu einem Wasserloch und füllten unsere Eimer.

Danach ging es auf die Farm. Jeder von uns bakam eine Machete in die Hand und los ging es. Wir setzten über sechs Stunden lang Maiskörner in die Erde. Mit so vielen Freiwilligen hat die Arbeit sogar Spaß gemacht, aber für ein Jahr wäre das zu eintönig.

Das Wochenende war wirklich eine Erfahrung.

 

Zeitlich befinden wir uns gerade Anfang- Mitte Februar.

Anfang Februar sind Pia und Sophie aus der WG ausgezogen und wohnen nun wieder in Koforidua in einer neuen Gastfamilie.

So sind wir wieder zu viert. Kurz nach dem Auszug der Beiden kam Lisas Besuch.

 

Thomas und Johanna machten sich auf den langen Weg nach Ghana.

Anfangs konnte man gar nicht glauben, dass jemand von Zuhause kommt. Man war die meiste Zeit auf sich selber gestellt und hatte niemanden aus seinem alten Umfeld.

Und dann war es soweit- am 20.02.2014 standen zwei weiße Gesichter mitten in der Dunkelheit am Flughafen von Accra. Sie machten einen kranken Eindruck, weil sie einfach so weiß waren :D

Spät abends machten wir uns auf den Weg in die Wohnung. Dort wurde dann ein Koffer ausgepackt, in dem sich ganz viele Köstlichkeiten aus Deutschland befanden. Das leckerste Graubrot der Welt, deutsche Schokolade, Milch etc. Vielen vielen Dank für diese ganzen Sachen!

Am ersten Tag gingen wir alle zusammen in die Schule. Es war Freitag, also war beten angesagt.

Die Kleineren (1. Klasse und Kindergarten) singen und sprechen der Leherin die Gebete nach, während die Älteren oben trommeln, singen, tanzen und beten. Das war bestimmt eine ziemliche neue Erfahrung, denn so etwas sieht man in Deutschland nicht- vielleicht haben Thomas und Johanna Lust, etwas über ihren Aufenthalt zu berichten, falls sie das nicht schon mündlich getan haben :)

Am ersten Tag mussten sie sich auch direkt an das ghanaische Essen wagen. In der Schule gab es Kochbananen mit Bohnen. Gewöhnungsbedürftig aber man konnte es essen, oder?

Wenn man über unsere kompletten zwei Wochen berichten würde, könnte man vermutlich ein halbes Buch schreiben. Aus diesem Grund hoffen wir, dass die Beiden vielleicht etwas schreiben oder es euch ausführlich erzählen.

In den ersten Tagen haben wir den Kaneshiemarkt besichtigt. Das ist eine riesige Markthalle mit allerlei Dingen- Stoffe, Nahrung, Haushaltsmittel etc.

Dieser Markt ist anstrengend, weil man draußen auf dem ,,Vormarkt“ immer angefasst oder angesprochen wird. Das war für den ersten Tag schon eine riesen Aufgabe, die die Beiden mit Bravour gemeistert haben.

Am ersten Wochenende fuhren wir mit der WG nach Winneba. Da waren noch viele andere Freiwillige mit denen wir abends noch etwas zusammen saßen.

Am nächsten Tag ging es nach Cape Coast. Dort schliefen wir bei drei anderen Freiwilligen. Wir besichtigten die Sklavenburg und den Kakum Nationalpark. Auf dem Rückweg vom Kakumpark machten wir einen Abstecher zu den Krokodilen. Ja- wir haben Krokodile gestreichelt !! :)

Damit hatten wir den Westen abgedeckt und es ging in den Osten.

Unser Ziel war Ada Foah. Dort fließt der Voltasee ins Meer.

Es war traumhaft! Wir schliefen zwischen See und Meer in kleinen Holzhütten mit Palmendächern und Sandboden.

Die Nacht war schon etwas gruselig, weil diese Hütte alles andere als sicher war und außer uns niemand da war- aber wir haben es ohne Überfall überlebt.

 

Von unserer schönsten Seite ;) - Ada Foah

Unser nächster Stopp war Hohoe.

Um uns mal eben örtlich einzuordnen: Wir befinden uns nordöstlich von Accra.

Etwas außerhalb von Hohoe haben wir die Wli Waterfalls besichtigt.

Diese Besichtigung mussten wir uns hart erkämpfen, weil wir ersteinmal einen riesigen hohen Berg hochklettern mussten. Der Leiter hat und Holzstöcke in die Hand gedrückt und los ging die Wanderung. Johanna und ich konnten unser Glück kaum fassen als wir oben waren, während Thomas ganz gemütlich hinter uns her stiefelte und hier und da mal ein Bildchen geknipst hat.

Der Weg hat sich jedoch gelohnt und wir stürtzen uns direkt in den eiskalten Gebirgswasserfall. Der große Wasserfall war atemberaubend. Dafür gibt es kaum Worte.

 

  Wli Waterfalls

 

Von Hohoe führte uns unsere Reise nach Akosombo.

In Akosombo ist die riesige Staumauer Ghanas. Sie versorgt nicht nur Ghana mit Strom, sondern leitet ihn sogar in ihre Nachbarländer, wie Togo weiter. Da ausreichend Strom produziert wird, benötigt Ghana kein einziges Atomkraftwerk.

Da könnt ihr euch ja vorstellen, wie gewaltig diese Staumauer gewesen sein muss.

 

 

Last stop war Koforidua.

In Koforidua wollten wir das Kakaomuseum besichtigen. Da Sonntag war, hatte es leider zu.

Das war echt schade, weil es doch schon interessant ist, zu wissen wo unsere Schokolade her kommt oder generell produziert wird.

Das alles haben wir in einer Woche gesehen. Es war anstrengend und entspannend zugleich.

Die Anwesenheit von den Beiden hat mir wirklich sehr gut getan und war meine Energiequelle für die nächsten viereinhalb Monate! (Übrigens: Mitte Februar war Halbzeit :)

 

In der letzen Woche waren wir zwei Tage am Strand, haben mit unserer Mentorin zusammen gegessen, waren mit anderen Freiwilligen feiern und haben den Artmarket und den Makolamarket unsicher gemacht.

 

An dieser Stelle muss man ich betonen, dass Thomas und Johanna fast schon Ghanaer sein könnten.

Sie haben sich hier super zurecht gefunden, haben hier und da ein Scherzchen mit den Ghanaern gemacht und konnten am Ende der Woche ohne mit der Wimper zu zucken unseren scharfen Stew essen.

Einen riesen Respekt an Euch. Vielen Dank für diese sensationellen 17 Tage ! =)

 

 

 

 

 

BESUCH !

 

 

 

Zu allerletzt möchten wir uns bei den Spenden bedanken!

Vielen Dank, dass ihr uns und unser Projekt unterstützt.

 

 

Unsere Freizeitbeschäftigung: Laufen

Nachbarin Rose ist mit Miri unterwegs =)

 

Liebste Grüße aus Ghana !

07Januar
2014

FROHES NEUES JAHR !

FROHE WEIHNACHTEN UND FROHES NEUES JAHR, NACHTRÄGLICH :)

 

Wir sind etwas schreibfaul geworden, aber jetzt kommen wir doch noch endlich zu unserem nächsten Blogeintrag.

Eigentlich war eine Videobotschaft für euch geplant, das ging aber leider nicht, weil unsere Blogseite dafür nicht geeignet ist.

 

In den letzen sechs Wochen ist einiges passiert.

Anfang Dezember war unser erstes Zwischenseminar im ARA- Haus mit allen anderen ARA- Freiwilligen.

Es war super interessant was die anderen in den letzen Monaten erlebt haben. Viele Gefühle und Gedanken mit denen man sich allein gefühlt hatte, wurden überraschenderweise von den anderen geteilt.

Die anderen Freiwilligen zu sehen, hat unglaublich gut getan, weil man durch die gleichen Erlebnisse und Erfahrungen zusammen gewachsen ist.

 

Am 15. Dezember fand die langersehnte Christmas- Carol Night ( Weihnachtsfeier) statt, auf die wir lange hingearbeitet haben.

Die Feier an sich war wirklich schön.

Wir Beide haben über sechs Wochen mit der Ersten und der Zweiten Musikstücke und Sketche geprobt, doch am Abend kam dann die Überraschung:

Vor unseren Auftritten wurde das Buffet eröffnet und somit die Weihnachtsfeier beendet.

-Sechs Wochen Arbeit für die Katz'- das war echt enttäuschend :( .

Die wunderschönen Kleider und Hemden haben aber einiges wieder gut gemacht :D

 

 

Das Wochenende darauf war es endlich so weit !

Das Apartment war blitzeblank geputzt und ready für den hohen Besuch ;) :

Lisas Eltern saßen im Flieger nach Accra!!!

Lisa hat ihre Eltern mit Ebo und Nana (Gasteltern) abgeholt, während Miri unser leckeres Abendessen vollendet hat.

Nachdem wir dann fast 1 ½ Stunden zu spät am Flughafen ankamen (was hier in Ghana aber noch weit unter dem Durchschnitt liegt), war die Freude riesig.

Zwischen allen dunkelen Gesichter kamen zwei helle,lachende Gesichter auf Lisa zu.

Da war endlich das ersehnte Wiedersehen.

In dieser Woche haben wir viel unternommen und versucht unser Leben hier ein bisschen zu erklären.

Wir hoffen, dass es in dieser Wärme nicht zu anstrengend war- ein Hut ab für dieses Durchhaltevermögen von euch Beiden!

Das Highlight war dann Heiligabend.

Morgens hatte die WG das schönste Frühstück seit langem und danach ging es nach Krokrobite an den Strand- Sonne und Meer für die durchgefrorenen Schneeflocken aus Deutschland.

Der 24. verlief einigermaßen traditionell. Wir haben alle zusammen gekocht ( acht Leute in der Küche und es gab keine Verletzen!), Plätzchen gegessen, Geschenke ausgepackt, gesungen und Spiele gespielt. Jan und Joel haben ihre Gitarre und Geige ausgepackt, was den Abend abgerundet hat.

 

 

Mit Brigitte und Franz haben wir einige Märkte abgeklappert, eine exklusive Hafenführung bekommen, viel Trotro gefahren und und und..

Am 26. sind Miri,Jan, Joel, Pia und Sophie nach Ada Foah gefahren, so hatte Lisa noch zwei Tage mit ihren Eltern alleine.

 

Ada Foah ist ein karibikähnliches Strandparadiesort; dort mündet der größte Stausee der Welt, der Volta Lake, in den Ozean. Ein wunderschönes Bild. Auf der einen Seite des Strandes hat man einen weiten Blick übers Meer und auf der anderen Seite fließt der saubere Süßwassersee (bzw. Fluss) eingerahmt von vielen kleinen Inselchen mit Palmen und viel grün. Auf dem See verkehren viele kleine Boote, die Touristen umher fahren oder aber Fischer, die ihre Fänge am Abend nach Hause bringen.

Wir Reisenden waren ziemlich offen, was unseren Schlafplatz für die kommende Nacht anging. Auf dem Motorradtaxi hatten wir beschlossen einfach am Strand zu schlafen und Nachtwachen einzuteilen. An der Mündung angekommen, empfing uns allerdings ein superhübsches und auch günstiges Resort, in das wir einzogen.

Am Morgen beobachteten wir den Sonnenaufgang. Später schwammen wir auf eine der nahegelegenden Inseln rüber und gingen spazieren. Dass das Schwimmen so lange und anstrengend sein würde (eine gute halbe Stunde) hatte keiner vermutet. Die Nachbarinsel hatte so nah gewirkt... Immerhin war das Wasser kühl, die Insel unfassbar schön und ihre Bewohner sehr nett.

Abends brachte uns das Motorradtaxi (Sophie, Miri und der Fahrer auf einem Mopped) zur Trotro Station, von welcher wir nach Accra fuhren.

Braun gebrandt und gutgelaunt kamen wir spät abends zu Hause an.

 

Hier angekommen wurden dann die nächsten Reisevorbereitungen getroffen.

Fiona (eine andere Freiwillige) kam und hat hier geschlafen, weil wir morgens richtig früh losziehen wollten.

Wohin? Wir haben eine Westküstentour gemacht- mit vollgestopften Rucksäcken auf dem Rücken - von Accra bis fast zur Elfenbeinküste.

Hier eine kleine Auflistung unserer Stationen:

1. Beyin und das Stelzendorf

Das Stelzendorf ist eine Stadt, die auf Stelzen auf einem See erbaut wurde.

Die dort lebenden Menschen müssen jedes mal eine Stunde mit dem Kanu zum Festland fahren.

Das Beeindruckende ist, dass die dort lebenden Menschen jedes mal wenn sie etwas in der Stadt besorgen wollen, eine einstündige, nicht ganz ungefährliche Kanutour auf sich nehmen müssen.

Stellt euch mal vor, es ist sieben Uhr abends und ihr möchtet noch schnell eine Kleinigkeit besorgen und es geht einfach nicht.. ihr habt Heißhunger auf eine Tüte Chips und es geht einfach nicht...

Auf der Kanufahrt ins Stelzendorf haben wir unsere erste Begegnung mit einem Alligator gemacht. Wir sind durch einen dschungelartigen Fluss gerudert, der mitten in der Wildnis liegt- atemberaubend.

2. Princess Town

In Princess Town haben wir Silvester auf einer Burg verbracht.

Insgesamt waren wir dreizehn Freiwillige, die die ganze Burg für sich hatten und gut ins neue Jahr gekommen sind. Es war echt eine tolle Nacht, mit leckerem Essen, anschließendem FKK schwimmen im Meer und guter Stimmung.

Am Morgen wurden die, die auf dem 'Outside-Bett' (ein normales Bett mit Mosquitonetz nur eben draußen) geschlafen haben, mit einem fantasitischen Ausblick begrüßt: Regenwald so weit das Auge reicht, tausende von Grüntönen, Meer in dem sich die Sonne spiegelt, in der Ferne kleine einsame grüne Inseln und als Hintergrundmusik zwitscherten bunte Paradiesvögel ihren Morgengruß (auch wenn dieser Satz nur so von Kitsch trotzt, so war es!)

3. Cape Three Points

Der Leuchtturm in Cape Three Point ist der südlichste Punkt Ghanas (gut auf der Karte zu sehen).

Wir haben dort in einer Anlage mit afrikanischen Lehmhütten geschlafen. Dort haben wir vier andere ARA- Freiwillige getroffen. Was für ein Zufall!

Auf dem Marsch zum Leuchtturm sind uns diese Freiwilligen wieder begegnet. Die haben uns dann berichtet, dass in dem Dorf, in dem wir uns befanden, nur ein Trotro pro Tag fährt. Genau dieses Trotro stand abfahrbereit da. Das war es dann wohl mit der Leuchtturmbesichtung, weil wir ja irgendwie aus diesem kleinen Fischerdorf weg kommen mussten.

4.Busua

Busua ist sehr touristisch und wir haben uns zu elft ein Zimmer in einem Hotel geteilt, da das Hotel sonst unbezahlbar gewesen wäre. Das erste mal, dass wir eine richtige Dusche mit fließendem Wasser hatten. :)

Am zweiten Tag sind wir alle nach Butre gelaufen. Das ist einer der verlassensten Traumstrände, den wir auf der Beachtour gesehen haben. Ein kleiner einsamer Strand, mit weißem Sand, ohne Touristen, hellem Wasser.. wir hoffen, ihr wurdet gerade wenigstens ein bisschen neidisch.

5. Miri, Jan, Joel, Pia, Sophie und die anderen vier Freiwilligen sind in Busua zum Surfen geblieben, während Fiona und Lisa weiter nach Takoradi gereist sind.

Dort haben sie sich irgendein Hostel gesucht und am nächsten Tag ging es früh weiter nach Elmina.

In Elmina haben sie eine Sklavenburg besichtigt und sich das Städtchen ein bisschen näher angeschaut.

Dann ging es wieder Richtung Accra, wo sie auf die anderen gewartet haben.

Dafür, dass wir nie wussten, wie und wo wir die kommende Nacht verbringen würden, ist die Beachtour glimpflich verlaufen. Insgesamt war es wirklich toll, eine wunderschöne Erfahrung.


Weg zum Stelzendorf

Das Stelzendorf

Diese Woche geht es wieder in die Schule. Die Lehrerin, die uns immer im Unterricht unter die Arme gegriffen hat, arbeitet nun nicht mehr an unserer Schule. Das bedeutet, dass wir jetzt wirklich die einzigen Klassenlehrerinnen der 1. Klasse sind und viel Arbeit auf uns zu kommt. Jetzt heißt es Unterricht vorbereiten, Arbeitsblätter entwerfen, Spiele und Lieder suchen und uns um Unterrichtsmethoden kümmern- aber wir freuen uns tierisch auf diese Herausforderung.

Exam Korrektur

2014 here we come ! :)

 

 WICHTIG FÜR ALLE SPENDER !

BANKVERBINDUNGEN

SEPA - Umstellung 

Da es ab Februar soweit ist, kommt die Info für die Bankverbindung:

IBAN: DE82140520001713849590

BIC: NOLADE21LWL

Bank: Sparkasse Mecklenburg-Schwerin

 Bei Rückfragen könnt ihr uns gerne schreiben.

 

Liebe Grüße

30November
2013

Neues aus Ghana

Hallo ihr Lieben :)

 

Aus Ghana gibt es eigentlich nicht viel Neues.

Die zwei Mädchen, Pia und Sophie, sind nun bei uns eingezogen.

So wurde aus einer 4er WG eine 6er WG.

Wir harmonieren super zusammen.

Manchmal gibt es allerdings etwas Streit, wenn sich niemand fürs Putzen, Waschen oder Spülen verantwortlich fühlt, was bei einer 6er Wohngemeinschaft nach ein paar Tagen echt ekelig werden kann.

Mit wöchentlichen WG- Meetings versuchen wir dem nun entgegen zu wirken :)

 

Unsere neuen Mitbewohner arbeiten mit uns zusammen in der Cradle of Grace Montessori School.

Sie sind entweder mit uns in der Nursery und in der 1. Klasse oder unterrichten die Älteren.

Das Unterrichten wird mit den steigenden Temperaturen anstrengender.

Wir merken, dass wir in der Trockenzeit angekommen sind.

Die Kinder werden unruhiger, aggressiver und lauter.

Das schlägt auch auf unsere Stimmung.

Es gibt aber auch schöne Momente. Viele Erstklässler haben Lernfortschritte gemacht und sind immer noch sehr interessiert. ( Aunty Miriam, Aunty Lisa are you coming to teach us? - Tante Miriam, Tante Lisa, kommt ihr und unterrichtet uns? )

Die Kindergartenkinder wachsen rasend schnell. Jede Woche sind Veränderungen erkennbar.

Die Zeit vergeht...

Mittlerweile verstehen wir uns wirklich gut mit unseren Kollegen, die anderen Aunties kommen nächste Woche sogar zum Essen.

 

Am Freitag, den 8. November, ging es zum zweiten Mal zum Kaneshiemarket. Da haben wir Gewürze, Stoffe und selbstgemachte Peanutbutter gekauft.

Der Kaneshiemarket ist ein typischer einheimischer Markt: hektisch, laut, überfüllt und alle drei Sinneswahrnehmungen kommen voll zum Einsatz. Wir würden euch gerne die Gerüche, Geräusche und Bilder übermitteln können- Schade.

Am darauffolgenden Tag haben wir einen WG- Tag am Strand eingelegt.

So schnell war das Wochenende auch wieder zu Ende.

 

Dienstag haben wir Lisas Pakete auf der Poststation abgeholt.

Wir haben circa zwei Stunden für den Weg gebraucht. In der Poststation mussten wir die Pakete direkt auspacken, so dass die Polizei sehen kann, dass nichts Verbotenes drin ist.

Das war eine riesige Enttäuschung, weil man sich auf das Auspacken zu Hause doch am meisten freut.

Nachdem der Inhalt durchgeschaut wurde, machten wir uns genervt und aber auch glücklich auf den Rückweg.

Genervt davon, dass hier alles mindesten zwei Stunden länger dauert und glücklich, weil die Pakete endlich da waren. Auf dem Rückweg ist Miri einem Taschendieb entkommen, der dreimal versucht hat ihren Rucksack zu öffnen.

 

Unter der Woche unternehmen wir kaum etwas, weil die Schule bis 15 Uhr geht und es um Punkt 18 Uhr dunkel wird.

 

Am nächsten Wochenende (16/17. November) hatten wir ein Treffen mit unserer Mentorin, Faith.

Wir haben uns über die letzen Wochen unterhalten und Probleme und Fragen besprochen.

Abends sind wir zu siebt (mit einer anderen Freiwilligen aus dem Nachbardorf) ,mit Gitarre und Keksen, an den Strand gefahren und haben unsere Seele baumeln lassen.

Sonntag wurden wir zum Kochen eingeladen. Unsere Gastfamilie und wir haben typisch ghanaisches Essen gekocht. Es gab eine Soße mit frischen Krebsen (frisch im Sinne von lebendig und krabbelnd), Lachs, gemahlenen Melonenkernen, Tomaten, spinatähnlichen Blättern, Knoblauch und Zwiebeln. Dazu haben wir uns dann zu Hause Reis gekocht.

Das war ein leckeres Mittagsessen – mit anschließendem Durchfall.

 

Am Mittwoch, den 20. November ging die Krankheitswelle los.

Lisa ist früher aus der Schule gegangen, weil sie Bauchkrämpfe und starken Durchfall hatte. Diese Bauchkrämpfe wurden im Laufe des Abends immer schlimmer, Übelkeit und Erbrechen folgten.

Wir waren uns nicht sicher, ob wir nicht ins Krankenhaus fahren sollten, weil die Bauchkrämpfe über sechs Stunden anhielten. Später haben wir uns dazu entschlossen, bis zum nächsten Tag zu warten.

Am nächsten Morgen sah die Welt wieder besser aus. Lisa war sehr schlapp und lag bis einschließlich Samstag im Bett.

 

Der Rest der WG ist am Samstag mit ein paar Freiwilligen und Einheimischen, auf den größten Markt Accras gefahren: dem Makola Market. Dieser Markt ist so unvorstellbar groß und unübersichtlich. Überall, auf gefühlter sechs Fußballfeldern großer Fläche, sind Stände dicht an dicht aufgebaut. Stoffe mit den schönsten Mustern sind meterhoch aufgetürmt. Unvorstellbare Mengen, so schön und bunt, dass man am liebsten alles kaufen würde. An anderen Ständen gibt es Cookies, so lecker und vielfältig, dass man am besten schnell weitergehen sollte. Des Weiteren gibt es dort so ziemlich alles, was die Einheimischen für ihren Haushalt brauchen: Handtücher, Schwämme, Eimer, Waschschalen, Plastikbehälter, Reis, Reis und nochmal Reis, Gewürze, elektronische Geräte, Schuhe und vieles mehr.

Am Abend sind alle außer der kranken Lisa mit unserem Kollegen Sam in eine Jazzbar gefahren. Die Sängerin dort hatte eine wunderschöne Stimme, die jeden deutschen Castingshowteilnehmer in den Schatten gestellt hätte. Doch zwei Stunden nur dasitzen und der Musik lauschen, war uns dann irgendwann zu unaktionreich und wir haben die Bar verlassen. Es wurden dann noch etwas in der Stadt herumspaziert und dann ging es nach Hause.

Sonntag haben wir wieder einen Strandtag eingelegt. Obwohl es den ganzen Tag bedeckt war, kam jeder mit einem hübschen Sonnenbrand nach Hause. Doch die Freude über das Meer und die super Wellen, war so groß, dass sich niemand über die Schmerzen beklagte.

 

 

Lisas Bauchkrämpfe und das Erbrechen waren am Montag wie weggepustet.

Das Einzige was uns alle seit unserer Ankunft begleitet, ist der Durchfall.

Dienstag wurde Jan krank. Er lag mit hohem Fieber im Bett.

Aus diesem Grund konnte er mittwochs nicht mit nach Winneba.

 

Wir waren nicht direkt in Winneba, sondern in einem angrenzenden Dorf (Obronko oder so).

Dort war es unglaublich schön und aufregend.

Nach vier stündiger Anreise, erreichten wir endlich den Dorfplatz. Das Dorf bestand aus einer Straße und ganz vielen kleinen Lehmhütten. Es sah einfach genau so aus, wie afrikanische Dörfer im Fernsehen gezeigt werden.

Auf dem Dorfplatz waren die ganzen Dorfbewohner versammelt.

Uns fiel fünf Männer auf, die getrennt von allen auf einer Bühne saßen. Das waren die sogenannten ,,Chiefs“ .

Die Chiefs haben einen Status, wie Häuptlinge oder Könige.

Ihnen wurden wir vorgestellt und dann ging es Richtung Schule.

Dort angekommen wurde uns der Kindergarten gezeigt.

Kindergarten..- ob man das so nennen kann?

Circa 20 kleine Kinder saßen, von der Hitze ganz benebelt, auf dem Boden (oder auf Holzbänken),und wurden von zwei Frauen mit Stöcken bewacht. Nirgends gab es Spielzeug, Decken oder überhaupt irgendetwas! Die Kleinen haben geweint als sie uns gesehen haben. Noch nie zuvor haben sie Menschen mit weißer Haut gesehen- da kann man den Schrecken doch nachvollziehen, oder? Wir haben uns an dieser Stelle gefragt, wie wir wohl das erste Mal auf dunkle Haut reagiert haben.

Danach sind wir in die Klassenräume gegangen, in denen ein paar Jugendliche saßen.

Wir unterhielten uns mit ihnen und fragten sie, was sie sich für ihre Zukunft wünschten.Dann haben wir uns die restlichen Klassenräumen angeschaut.

Der Klassenräume mit ihren Lehmwänden und Holzbänken erinnerten an ein Freilichtmuseum oder im Naturkundemuseum. So stellt man sich das 18. Jahrhundert vor.

Die Kinder machten einen glücklichen Eindruck und waren von unseren langen und echten Haaren begeistert- Die Afrikaner haben alle schwarze Haare, die nicht länger werden als 5cm. Die Frauen lassen sich alle unechtes Haar ins echte flechten.

Zurück auf dem Dorfplatz, wurde zusammen gekocht. Es gab Banku, Fofu, Fish- und Groundnutsoup, Plantains und andere ghanaische Köstlichkeiten.

Vor dem Essen haben die Kinder Tänze und Reden vorgeführt. Klar, wir haben natürlich auch mitgetanzt. Von den Seiten kamen einheimische Frauen und haben uns Tücher um die Hüften gebunden, so dass wir und wenigstens etwas ähnlich sahen.

Zuhause angekommen, ging es nur noch ins Bett.

In der Nacht hat Miri dann starke Bauchkrämpfe bekommen.

Diese haben bis zum nächsten Tag angedauert. Dazu kam noch Erbrechen, Durchfall und Übelkeit- das übliche eben.

 

Heute ist Freitag und unser Plan war es eigentlich nach Ho, in die Voltaregion, zu fahren.Dort wollten wir mit einigen anderen Freiwilligen Wandern und in Wasserfällen schwimmen.

Gestern wurde dann gepackt, weil wir nach der Schule direkt los wollten.

Heute morgen hatte Jan hohes Fieber und ist mit Joel ins Krankenhaus gefahren – gute Nachricht: ER HAT KEIN MALARIA.

Wir vier Mädchen sind also alleine in die Schule gegangen und haben auf die kleinen aufgepasst. Nach dem Mittagessen meinte Sophie: ,, Leute, ich habe Magenkrämpfe.. Miri, kann ich den Schlüssel haben?“

Da waren wir also nur noch drei.

Direkt nach den Schulglocken haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht.

Dort fanden wir dann Sophie mit 38.5 ° Fieber, Durchfall und Bauchkrämpfen vor.

Uns war allen klar, was das bedeutet, und wir haben unseren Wochenendausflug abgehakt.

Sophie liegt jetzt mit ziemlichen Beschwerden auf dem Sofa.

Daneben liegt Pia, die über Ohrenschmerzen und erhöhter Temperatur klagt.

.. und daneben liegen Jan und Joel, die beide ebenfalls krank sind. Im Zimmer nebenan liegen wir- mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. Herrlich :)

 

 

Wie ihr seht, ist hier nicht wirklich viel passiert.

Wir dachten uns aber, dass wir uns dringend bei euch melden sollten.

In dem Sinne wünschen wir euch eine tolle und erholsame Weihnachtszeit! Bleibt gesund.

Viele Grüße aus dem heißen (>32° Grad) Ghana und vielen Dank noch einmal an alle Spender!!

Hallo ihr Lieben :)

 

Aus Ghana gibt es eigentlich nicht viel Neues.

Die zwei Mädchen, Pia und Sophie, sind nun bei uns eingezogen.

So wurde aus einer 4er WG eine 6er WG.

Wir harmonieren super zusammen.

Manchmal gibt es allerdings etwas Streit, wenn sich niemand fürs Putzen, Waschen oder Spülen verantwortlich fühlt, was bei einer 6er Wohngemeinschaft nach ein paar Tagen echt ekelig werden kann.

Mit wöchentlichen WG- Meetings versuchen wir dem nun entgegen zu wirken :)

 

Unsere neuen Mitbewohner arbeiten mit uns zusammen in der Cradle of Grace Montessori School.

Sie sind entweder mit uns in der Nursery und in der 1. Klasse oder unterrichten die Älteren.

Das Unterrichten wird mit den steigenden Temperaturen anstrengender.

Wir merken, dass wir in der Trockenzeit angekommen sind.

Die Kinder werden unruhiger, aggressiver und lauter.

Das schlägt auch auf unsere Stimmung.

Es gibt aber auch schöne Momente. Viele Erstklässler haben Lernfortschritte gemacht und sind immer noch sehr interessiert. ( Aunty Miriam, Aunty Lisa are you coming to teach us? - Tante Miriam, Tante Lisa, kommt ihr und unterrichtet uns? )

Die Kindergartenkinder wachsen rasend schnell. Jede Woche sind Veränderungen erkennbar.

Die Zeit vergeht...

Mittlerweile verstehen wir uns wirklich gut mit unseren Kollegen, die anderen Aunties kommen nächste Woche sogar zum Essen.

 

Am Freitag, den 8. November, ging es zum zweiten Mal zum Kaneshiemarket. Da haben wir Gewürze, Stoffe und selbstgemachte Peanutbutter gekauft.

Der Kaneshiemarket ist ein typischer einheimischer Markt: hektisch, laut, überfüllt und alle drei Sinneswahrnehmungen kommen voll zum Einsatz. Wir würden euch gerne die Gerüche, Geräusche und Bilder übermitteln können- Schade.

Am darauffolgenden Tag haben wir einen WG- Tag am Strand eingelegt.

So schnell war das Wochenende auch wieder zu Ende.

 

Dienstag haben wir Lisas Pakete auf der Poststation abgeholt.

Wir haben circa zwei Stunden für den Weg gebraucht. In der Poststation mussten wir die Pakete direkt auspacken, so dass die Polizei sehen kann, dass nichts Verbotenes drin ist.

Das war eine riesige Enttäuschung, weil man sich auf das Auspacken zu Hause doch am meisten freut.

Nachdem der Inhalt durchgeschaut wurde, machten wir uns genervt und aber auch glücklich auf den Rückweg.

Genervt davon, dass hier alles mindesten zwei Stunden länger dauert und glücklich, weil die Pakete endlich da waren. Auf dem Rückweg ist Miri einem Taschendieb entkommen, der dreimal versucht hat ihren Rucksack zu öffnen.

 

Unter der Woche unternehmen wir kaum etwas, weil die Schule bis 15 Uhr geht und es um Punkt 18 Uhr dunkel wird.

 

Am nächsten Wochenende (16/17. November) hatten wir ein Treffen mit unserer Mentorin, Faith.

Wir haben uns über die letzen Wochen unterhalten und Probleme und Fragen besprochen.

Abends sind wir zu siebt (mit einer anderen Freiwilligen aus dem Nachbardorf) ,mit Gitarre und Keksen, an den Strand gefahren und haben unsere Seele baumeln lassen.

Sonntag wurden wir zum Kochen eingeladen. Unsere Gastfamilie und wir haben typisch ghanaisches Essen gekocht. Es gab eine Soße mit frischen Krebsen (frisch im Sinne von lebendig und krabbelnd), Lachs, gemahlenen Melonenkernen, Tomaten, spinatähnlichen Blättern, Knoblauch und Zwiebeln. Dazu haben wir uns dann zu Hause Reis gekocht.

Das war ein leckeres Mittagsessen – mit anschließendem Durchfall.

 

Am Mittwoch, den 20. November ging die Krankheitswelle los.

Lisa ist früher aus der Schule gegangen, weil sie Bauchkrämpfe und starken Durchfall hatte. Diese Bauchkrämpfe wurden im Laufe des Abends immer schlimmer, Übelkeit und Erbrechen folgten.

Wir waren uns nicht sicher, ob wir nicht ins Krankenhaus fahren sollten, weil die Bauchkrämpfe über sechs Stunden anhielten. Später haben wir uns dazu entschlossen, bis zum nächsten Tag zu warten.

Am nächsten Morgen sah die Welt wieder besser aus. Lisa war sehr schlapp und lag bis einschließlich Samstag im Bett.

 

Der Rest der WG ist am Samstag mit ein paar Freiwilligen und Einheimischen, auf den größten Markt Accras gefahren: dem Makola Market. Dieser Markt ist so unvorstellbar groß und unübersichtlich. Überall, auf gefühlter sechs Fußballfeldern großer Fläche, sind Stände dicht an dicht aufgebaut. Stoffe mit den schönsten Mustern sind meterhoch aufgetürmt. Unvorstellbare Mengen, so schön und bunt, dass man am liebsten alles kaufen würde. An anderen Ständen gibt es Cookies, so lecker und vielfältig, dass man am besten schnell weitergehen sollte. Des Weiteren gibt es dort so ziemlich alles, was die Einheimischen für ihren Haushalt brauchen: Handtücher, Schwämme, Eimer, Waschschalen, Plastikbehälter, Reis, Reis und nochmal Reis, Gewürze, elektronische Geräte, Schuhe und vieles mehr.

Am Abend sind alle außer der kranken Lisa mit unserem Kollegen Sam in eine Jazzbar gefahren. Die Sängerin dort hatte eine wunderschöne Stimme, die jeden deutschen Castingshowteilnehmer in den Schatten gestellt hätte. Doch zwei Stunden nur dasitzen und der Musik lauschen, war uns dann irgendwann zu unaktionreich und wir haben die Bar verlassen. Es wurden dann noch etwas in der Stadt herumspaziert und dann ging es nach Hause.

Sonntag haben wir wieder einen Strandtag eingelegt. Obwohl es den ganzen Tag bedeckt war, kam jeder mit einem hübschen Sonnenbrand nach Hause. Doch die Freude über das Meer und die super Wellen, war so groß, dass sich niemand über die Schmerzen beklagte.

 

 

Lisas Bauchkrämpfe und das Erbrechen waren am Montag wie weggepustet.

Das Einzige was uns alle seit unserer Ankunft begleitet, ist der Durchfall.

Dienstag wurde Jan krank. Er lag mit hohem Fieber im Bett.

Aus diesem Grund konnte er mittwochs nicht mit nach Winneba.

 

Wir waren nicht direkt in Winneba, sondern in einem angrenzenden Dorf (Obronko oder so).

Dort war es unglaublich schön und aufregend.

Nach vier stündiger Anreise, erreichten wir endlich den Dorfplatz. Das Dorf bestand aus einer Straße und ganz vielen kleinen Lehmhütten. Es sah einfach genau so aus, wie afrikanische Dörfer im Fernsehen gezeigt werden.

Auf dem Dorfplatz waren die ganzen Dorfbewohner versammelt.

Uns fiel fünf Männer auf, die getrennt von allen auf einer Bühne saßen. Das waren die sogenannten ,,Chiefs“ .

Die Chiefs haben einen Status, wie Häuptlinge oder Könige.

Ihnen wurden wir vorgestellt und dann ging es Richtung Schule.

Dort angekommen wurde uns der Kindergarten gezeigt.

Kindergarten..- ob man das so nennen kann?

Circa 20 kleine Kinder saßen, von der Hitze ganz benebelt, auf dem Boden (oder auf Holzbänken),und wurden von zwei Frauen mit Stöcken bewacht. Nirgends gab es Spielzeug, Decken oder überhaupt irgendetwas! Die Kleinen haben geweint als sie uns gesehen haben. Noch nie zuvor haben sie Menschen mit weißer Haut gesehen- da kann man den Schrecken doch nachvollziehen, oder? Wir haben uns an dieser Stelle gefragt, wie wir wohl das erste Mal auf dunkle Haut reagiert haben.

Danach sind wir in die Klassenräume gegangen, in denen ein paar Jugendliche saßen.

Wir unterhielten uns mit ihnen und fragten sie, was sie sich für ihre Zukunft wünschten.Dann haben wir uns die restlichen Klassenräumen angeschaut.

Der Klassenräume mit ihren Lehmwänden und Holzbänken erinnerten an ein Freilichtmuseum oder im Naturkundemuseum. So stellt man sich das 18. Jahrhundert vor.

Die Kinder machten einen glücklichen Eindruck und waren von unseren langen und echten Haaren begeistert- Die Afrikaner haben alle schwarze Haare, die nicht länger werden als 5cm. Die Frauen lassen sich alle unechtes Haar ins echte flechten.

Zurück auf dem Dorfplatz, wurde zusammen gekocht. Es gab Banku, Fofu, Fish- und Groundnutsoup, Plantains und andere ghanaische Köstlichkeiten.

Vor dem Essen haben die Kinder Tänze und Reden vorgeführt. Klar, wir haben natürlich auch mitgetanzt. Von den Seiten kamen einheimische Frauen und haben uns Tücher um die Hüften gebunden, so dass wir und wenigstens etwas ähnlich sahen.

Zuhause angekommen, ging es nur noch ins Bett.

In der Nacht hat Miri dann starke Bauchkrämpfe bekommen.

Diese haben bis zum nächsten Tag angedauert. Dazu kam noch Erbrechen, Durchfall und Übelkeit- das übliche eben.

 

Heute ist Freitag und unser Plan war es eigentlich nach Ho, in die Voltaregion, zu fahren.Dort wollten wir mit einigen anderen Freiwilligen Wandern und in Wasserfällen schwimmen.

Gestern wurde dann gepackt, weil wir nach der Schule direkt los wollten.

Heute morgen hatte Jan hohes Fieber und ist mit Joel ins Krankenhaus gefahren – gute Nachricht: ER HAT KEIN MALARIA.

Wir vier Mädchen sind also alleine in die Schule gegangen und haben auf die kleinen aufgepasst. Nach dem Mittagessen meinte Sophie: ,, Leute, ich habe Magenkrämpfe.. Miri, kann ich den Schlüssel haben?“

Da waren wir also nur noch drei.

Direkt nach den Schulglocken haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht.

Dort fanden wir dann Sophie mit 38.5 ° Fieber, Durchfall und Bauchkrämpfen vor.

Uns war allen klar, was das bedeutet, und wir haben unseren Wochenendausflug abgehakt.

Sophie liegt jetzt mit ziemlichen Beschwerden auf dem Sofa.

Daneben liegt Pia, die über Ohrenschmerzen und erhöhter Temperatur klagt.

.. und daneben liegen Jan und Joel, die beide ebenfalls krank sind. Im Zimmer nebenan liegen wir- mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. Herrlich :)

 

 

Wie ihr seht, ist hier nicht wirklich viel passiert.

Wir dachten uns aber, dass wir uns dringend bei euch melden sollten.

In dem Sinne wünschen wir euch eine tolle und erholsame Weihnachtszeit! Bleibt gesund.

Viele Grüße aus dem heißen (>32° Grad) Ghana und vielen Dank noch einmal an alle Spender!!

06November
2013

Neuigkeiten - Die letzen drei Wochen.

Hallo liebe Verwandte, Freunde und sonstige Blogbesucher.

 

Entschuldigt, dass ihr die letzten zwei Wochen nichts von uns gehört habt, aber es gibt einfach immer etwas zu tun und oft vergisst man dann den Computer anzuschalten und etwas zu schreiben. Von den täglichen Stromausfällen die den Internetzugang unmöglich machen ganz zu schweigen..

 In den letzten drei Wochen haben wir sehr viel erlebt.

Wir konnten viele neue, spannende aber auch nervenaufreibende Erfahrungen sammeln.

Etwas, an das es uns einfach schwer fällt zu gewöhnen, ist die Unzuverlässigkeit der Ghanaer. Man hat das Gefühl, dass hier in Ablekuma wenig Ordnung und Zielstrebigkeit herrscht - und wie viele wissen, sind das gerade Dinge, die uns beiden sehr am Herzen liegen.

Das Wochenende nach unserem Cape Coast Aufenthalt haben wir zu Hause verbracht. Lisa hatte sich leider unter der Woche eine Erkältung eingefangen und und auch unsere Mitbewohner Jan und Joel waren leicht angeschlagen. Und wie wir alle bemerkten, befand sich unter unseren Medikamenten-Vorräten aus Deutschland alles außer etwas gegen Husten, Halsschmerzen und Schnupfen. Egal, dann wurde eben auf ganz Ghanaische Weise auskuriert.

Am Freitag Abend sind unsere Cape Coast Freunde zu uns gekommen. Wir haben ein riesen Festmahl bereitet und schön zusammen gekocht. Es gab Kartoffeln, mit Bohnen, Soße a la Lisa, Rührei a la Miri, Fisch, Mais, Salat und Ananas zum Nachtisch. Herrlich!

Am nächsten Morgen ging es dann gestärkt ins drei Stunden entfernte Winneba. Dort sollten wir auf viele andere Freiwillige treffen und eine Stadtbesichtung unternehmen. Abends wäre eine Beachparty für uns organisiert worden, hieß es. Ja, vor Ort sah es mal wieder anders aus:

Keine Stadttour, sofort ging's zur Beachparty. Wir hatten aber nicht damit gerechnet, dass wir tagsüber am Strand sein würden, hatten also weder Handtuch noch Schwimmsachen dabei. Das hat uns aufgeregt. Mal wieder ein Kommunikationsproblem zwischen unseren Mentoren unter dem wir leiden mussten..

Aber alles Negative hat auch positive Seiten! Miri hat den Badeanzug von Faith bekommen und Lisa hat sich einen von einer anderen Freiwilligen geliehen. Wir waren am selben Abend eigentlich noch auf einer Geburtstagsparty in Accra eingeladen und da die Beachparty in Winneba schon um 5 endete, schafften wir es pünktlich zum Geburtstag eines anderen Freiwilligen aus Deutschalnd. Die Party war sehr schön und Jan, Joel, Pamela, Merci, Philipp und wir zwei erlebten einen super Abend.

Am nächsten Morgen erlebten wir eine Überraschung: FLIEßENDES WASSER in unserem Apartment. Seit fünf Wochen war uns jeden Tag versichert worden, dass am darauffolgenden Tag das Wasser 'bestimmt laufen würde'. Also war die Freude groß! Erst einmal unter die Dusche bzw. unter den fließenden Wasserhahn, womit wir aber mehr als zufrieden waren.

Das Glück war leider nur von kurzer Dauer und das Wasser blieb uns nur bis Dienstag erhalten. Bis heute, dem 5. November, ist das Wasser nicht zu uns zurückgekehrt und wir müssen uns Wassereimer von der Wassderstelle neben unserem Haus holen.

Der Rest des Sonntags wurde in der Accra Mall verbracht.

In der darauffolgenden Woche wurden Lisa und Miri zum ersten Mal seit dem 19. September für mehr als 12 Stunden getrennt. Lisa musste zu einer United Nations Modal Conference. Als wir das erfahren haben, waren wir erst einmal super aufgeregt und stolz. . Lisa saß 12 Stunden in einem Konferenzraum und hat diskutierenden Kindern gelauscht. Das war ein bisschen zu lange!

Unser Gastvater Ebo hat Miri aufgetragen doch bitte einen Kurs an der Ghana Universität zu belegen, in dem sie lernen sollte, wie man kleinen Kindern Mathematik beibringt. Miri war zuerst überhaupt nicht erfreut darüber, besonders nicht, weil sie dachte, dass Lisa zum gleichen Zeitpunkt mit Mitgliedern der UN und tausenden anderen wichtigen Personen zusammen sein würde. Und außerdem sind wir hier ja als Lehrerassistentinnen hingekommen und nicht als Lehrer. Der Kurs war nämlich nur für Lehrer.

Wie sich dann aber herausstellte, war der Kurs gar kein Kurs oder Training sondern eine Promotion eines Mathematik-Models, dass ins Ghanaische Curriculum übernommen werden sollte.

Der Aufenthalt an der Universität of Ghana in Legon war super, denn der Campus ist malerische, sehr mediterran, sauber und außerdem auch sehr europäisch.

Dort hat Miri dann auch das Schwimmbad entdeckt in das am nächsten Tag gehen sollte.

Der nächste Tag war ein Freitag und direkt nach der Schule machten wir uns auf nach Legon. Die Fahrt mit dem Trotro dauerte knapp zwei Stunden (in Deutschland hätte man die gleiche Strecke in 20 Minuten zurücklegen können). Etwas geschafft kamen wir am Schwimmbad an. Als uns dann erklärt wurde, dass der Eintrittspreis bei 10 Cedi liegt, waren wir etwas geschockt. Verglichen mit allem anderen hier ist das nämlich tierisch teuer. Wenn man vergleicht, dass ein Laib Brot hier 2 Cedi kostet, der Eintritt also bei 5 Broten liegt, ist das ziemlich teuer. Nach kurzem hin und her haben wir uns dann entschieden den Wucher-Preis zu zahlen. Eine halbe Bahn in dem herrlich sauber und kühlen Wasser geschwommen, wurden wir dann auch wieder aus dem Becken gebeten. 'Was denn nun schon wieder?' 'Es herrscht eine allgemeine Badekappenpflicht!' Leider hatten wir keine Badekappen dabei und weitere 8 Cedis wollten wir erst recht nicht zahlen. Also unter die Dusche, Eintrittsgeld zurück und die Rückreise angetreten.

Am Samstag morgen ging es mit Jan und Joel ins ARA-Haus (das Hotel in dem wir unser Einstiegsseminar hatten) direkt am Strand. Im ARA-Haus haben wir uns mit drei anderen Freiwilligen getroffen. Von morgens bis Nachmittags haben wir am Strand gelegen, uns gesonnt, sind geschwommen, haben mit Einheimischen getanzt und geturnt und Ghanaische 'Blätterteigtaschen' gegessen.

Am Montag geht es dann immer wieder zur Schule. Um 6.45 Uhr kommen wir jeden Morgen an der Schule an. Um 7.30 machen wir beide uns auf in die Nurserey. Da kümmern wir uns dann bis ca. 9 Uhr (plus minus eine Stunde) um die Kleinsten. Wir kuscheln mit den Kindern, gehen mit ihnen auf die Toilette, wechseln Windeln, singen, spielen, malen und schlichten die viel zu häufig ausbrechenden Streitigkeiten. In der 1. Klasse 'teachen' (unterrichten) wir im Moment das ABC, bringen den Jüngeren lesen bei und rechnen mit Früchten im Zahlenraum bis 20. Und natürlich singen wir viel mit den Kindern, denn dadurch behalten die kleinen Musikgenies alles viel einfacher. Um 12 Uhr (plus minus) gibt es dann Lunch für uns. Nach 20-maligem 'Bitte keine scharfe Soße für uns' wurde nun heute endlich unser Flehen erhört und wir haben keine scharfe Soße bekommen. Jeden Tag aufs Neue haben wir uns auf den Lunch gefreut (der nach 5 Stunden Kinder bei 30 Grad unterrichten und betreuen mehr als nur sehnlich erwartet wird) und wurden doch oft enttäuscht.

Wir hoffen, dass es so bleibt!

Nach dem Lunch gehen wir beide zurück in die Nursery und kümmern uns entweder um die ganz Kleinen oder unterrichten noch in der 1. Klasse. Je nachdem was die anderen 'Aunties' (Lehrerinnen) geplant haben.
Seit letzter Woche proben wir außerdem noch ein Christmas-Theaterstück mit der 2. Klasse. Das wird dann im Dezember auf der 'Christmas-Night' aufgeführt. Uns wurde aufgetragen, dass das Stück auf deutsch sein muss, was für die 6-7 Jährigen eine wirkliche Herausforderung ist.

Das ist der Schulalltag, wie er sich in den letzten drei Wochen immer wiederholt bzw. eingebürgert hat.

 Die ersten Wochen haben uns viele Gedanken geplagt, die das Leben erschwert haben.

Es gab kaum Tage ohne Tränen, weil sich die Kulturen sehr stark unterscheiden. Wir sind mittlerweile angekommen und haben uns an viele Dinge gewöhnt.

Das Trotrofahren war anfangs anstrengend und nervend. Jetzt fahren wir gerne Trotro und genießen es hin und her geschaukelt zu werden.

Das Essen ist für Deutsche ungenießbar, weil es viel zu scharf ist. Da man aber meistens so viel Hunger hat, wird gegessen was auf den Tisch kommt.

Für Ghanaer tickt die Uhr langsamer. Anfangs haben wir uns über eine Stunde Verspätung aufgeregt- jetzt sind wir die, die immer zu spät kommen.

 Zurück zu unseren Ausflügen.

Letzte Woche hatten wir Donnerstag und Freitag frei. Donnerstag haben wir genutzt, um auf einen großen Markt zu fahren. Das war aufregend! Überall sind Verkäufer, die Kuhhaut, Tomaten, Fisch, Kleidung und allerlei Dinge verkaufen.

Über das Wochenende wurde unsere Wohnung zum Hotel.

Freitags kamen Sophia und Paul (zwei Freiwillige). Abends wurde zusammen gekocht und dann ging es ins Bett. Am nächsten Tag trudelten Pia, Sophie, Kira und Anna (Freiwillige) ein, mit denen wir in die Mall und auf einen Kunstmarkt gefahren sind.

Die Fahrt zum Kunstmarkt war vielleicht ein Erlebnis!

Die erste Hürde hieß : Einen Taxifahrer finden, der acht Leute ( Sophie, Pia, Anna, Kira, Jan, Joel und wir) in einem Taxi transportiert.

Nachdem wir ein Taxi gefunden haben, ging es dann los.

Die Menschen auf der Straße starrten alle das Taxi an und schrien : ,, OVERLOAD, OVERLOAD“ . ( ÜBERLADEN, ÜBERLADEN)

Der Fahrer schien damit aber kein Problem gehabt zu haben und lachte durchgehend.

Das Lachen verging ihm dann als wir an einer Polizeistation vorbei fuhren.

Da hielt uns ein Polizist an, zerrte uns aus dem Wagen und brachte uns zur Polizeistation. Dort trafen wir auf einen Polizist der uns direkt einsperren wollte. Hinter dem Tresen im Eingangsbereich kamen dann die kleinen Zellen zum Vorschein, die gefüllt mit Gefangenen waren.

Keiner von uns hatte unsere Resident- Card dabei. ( Ausländerkarte von der ghanaischen Regierung, die bezeugt, dass wir legal im Land sind)

Nun standen wir da und wir wussten uns nicht mehr zu helfen. Später streckte Miri dem Polizisten ihren Freiwilligenausweis entgegen, und so ließen sie uns nach gefühlten hundert Stunden gehen.

So kamen wir dann doch noch heile auf dem Kunstmarkt in Accra an.

Zwei von unseren Freunden haben Probleme mit ihrer Gastfamilie und sind ausgezogen.

Jetzt sind sie vorübergehend bei uns eingezogen und sind nun in Verhandlung mit der Organisation, um eine Lösung zu finden.

Heute um 06:30 Uhr ging es wieder zurück in den Schulalltag.

Daheim wurde gewaschen, gekocht und geputzt und später sind wir noch eine Runde gelaufen.

Nun ist es spät, und wir fallen nur noch ins Bett.

 

  Winneba Big Millis Winneba Verschönerung des Kindergartens Die Kunstwerke der Kleinen Kreidetag

14Oktober
2013

Überblick

 

Die letzten Wochen

 

Unsere erste Woche in Ablekuma lief anstrengender als erwartet. In der Cradle of Grace wurden wir als Vollzeitlehrer eingesetzt und unterrichteten oft den ganzen Tag. Von halb acht bis zehn kümmerten wir uns um die Kinder in der Nursery (Kindergarten), was uns immer noch am meisten Spaß macht. Um zehn ging es dann weiter mit zwei Stunden Deutsch. Um zwölf Mittagspause und um eins ging's dann wieder los. Bis drei.

Man kann sich also vorstellen, dass wir nach der Woche ziemlich ausgelaugt und fertig waren. Hinzu kam auch noch die Hitze.

 

An unserem ersten Wochenende waren wir mit Jan und Joel, unseren Mitbewohnern, auf einer Hochzeit. Irgendjemand den Jan und Joels Musikfreund kannte, heiratete. Dieser Jemand war deutsch und würde sich über ein paar deutsche Gesichter sicher freuen, hieß es. Der Gottesdienst war sehr schön und lustig. Im Gegensatz zu den Deutschen, die es nicht wagen würden auch nur 5 Minuten zu spät zur Hochzeit eines Freundes zu kommen, trudelten manche Bekannte erst gemächlich nach der Hälfte des Gottesdienstes ein. Beim Gottesdiesnt wurde viel gesungen und getanzt, auch wir haben getanzt und zwar quer durch die ganze Kirche.

 

Nach der Zeremonie ging es dann nach nebenan in eine große Halle mit Tischen und Stühlen und Sekt zum Anstoßen. Es wurde wieder viel getanzt und gesungen. Auch wir vier wurden nach vorne geholt und schwitzten uns durch die Polonese.

Später ging es mit dem Taxi nach Hause und wir haben den Abend beim Filmgucken ausklingen lassen.

 

Am nächsten Tag sind wir in die Accra Mall gefahren. Herrlich! Dort fühlt man sich wie zu Hause in Deutschland. Es gibt’s dort Supermärkte die deutsche Artikel verkaufen. Da haben wir uns dann erst einmal ordentlich mit Schwarzbrot, Frischkäse, Pflaumen, Milch, Crackern, Snickers und einfach allem was das deutsche Herz begehrt, eingedeckt.

Gut gelaunt ging es dann mit dem Trotro nach Hause. Dort wurden dann leider auch schon fünfzig Prozent der Kostbarkeiten verschlungen.

 

Die zweite Woche verlief dann zum Glück etwas ruhiger und wir konnten kürzer treten. Die ersten eineinhalb Stunden in der Schule verbringen wir immer in der Nursery. Dort wird gekuschelt, gesungen und viel gemalt. Mehr kann man im Kindergarten hier leider auch nicht machen, da es weder Spielzeug, Platz, Bücher oder Kuschelecken gibt. Ohne uns gäbe es nicht einmal Malsachen. Die 24 Kinder sitzen quasi acht Stunden, in einem Raum mit weniger als 20 Quadratmetern ohne richtige Beschäftigung. Durch die Hitze in dem Raum ist die Stimmung oft sehr gedrückt und die Kleinen fangen an zu streiten. Wir haben jetzt damit angefangen, jeden Tag mit den Kindern rauszugehen. Draußen dehen wir uns dann zuammen, spielen Fangen, springen, hüpfen und singen Lieder. Danach geben wir den Kindern meistens Mandalas zum ausmalen.

Das Unterrichten in den einzelnen Klassen ist sehr verschieden. In den jüngeren Klassen ist es oft sehr laut und ein einziges Durcheinander. Manchmal stehen drei Kinder auf dem Tisch, während Andere durch den Raum laufen und nach Schreibutensilien fragen.

In den höheren Klassen macht der Unterricht dagegen großen Spaß. Die Kinder sind erstaunllich schnell im Lernen und auch auffällig wissbegierig. Wir unterrichten eigentlich immer Deutsch und haben nur einmal Politikunterricht gemacht. In Deutsch besprechen wir dann Zahlen, die Begriffe für Körperteile und die Familie und wir konjugieren Verben.

Ab morgen sind wir zwei allerdings nicht mehr im Hauptgebäude tätig. Ab sofort sind wir die neuen Klassenlehrerinnen der 1. Klasse. Diese Klasse befindet sich im gleichen Raum wie der Kindergarten. Beide sind nur durch eine 1,20m hohe Glaswand getrennt, was das Lernen nicht gerade einfach macht- aber wir blicken positiv auf die kommenden Monate.

 

Wochenenden

 

Letzes Wochenende besuchten wir mit Faith (Mentorin), Kila und Rebecca (zwei deutsche Freiwillige)das Konkon Wonderland. Das ist eine wunderschöne, grüne Landschaft, in der wir Mittagsessen bekamen und Tiere beobachteten. Nach dem ausgebiegen Lunch fuhren wir mit dem Taxi zu einer Strandbar, Big Millis.

Dort lernten wir zwei Freunde von unserer Mentorin und andere Freiwillige kennen, mit denen wir dann frische Cocktails tranken. Alles in einem, ein wunderschönes Wochenende.

 

Dieses Wochenende nahmen wir einen Trotro Richtung Cape Coast.

Dort besuchten wir drei weitere Freiwillige.

Die Anreise war ein richtiges Abendteuer.

Nach der circa drei- stündigen Fahrt kamen wir vor der überfüllten Busstation an. Während wir vergeblich Ausschau nach einem bekannten Gesicht hielten, wurden wir von allen Seiten angesprochen und angefasst- das ist ziemlich anstrengend!

Da wir vor unserer Abreise keinen genauen Treffpunkt ausgemacht hatten, standen wir nun in einem unbekannten Ort ganz alleine da. Wir fühlten uns erstmal ziemlich hilfslos und trösteten uns mit einem leckeren Eis. Nachdem das Eis verputzt war, rief unsere Freundin an und beschrieb uns unseren Weg.

Nach fünf Stunden kamen wir endlich in unserem Hostel an. Danach ging es unter die Dusche und dann in eine Bar. Da wir am nächsten Tag in den Kakaun Nationalpark fuhren, ging es Freitag sehr früh ins Bett.

Der Nationalpark ist einfach wunderschön. Zuerst buchten wir eine geführte Brückentour und danach eine Führung durch den Wald. Vor dem Nationalpark standen ganz viele Frauen mit Leckereien auf dem Kopf. Wir entschlossen uns getrocknete Bananen zu probieren- das war eine gute Entscheidung.

Am Ende wartete ein Trotro auf uns, der uns wieder zur Cape Coast brachte. Da das Meer sehr erfrischend ist, ging es noch eine Weile an den Strand.

Heute klingelte um 06:30 Uhr der Wecker, weil wir unseren letzen Tag voll auskosten wollten.

Zu fünft (Merci, Pamela, Philipp und wir) ging es dann zu einem Cafe.

Zum Frühstück gab es Pancakes mit Banane und Schoko, Rührei und einem frisch gepressten Saft.

Den Vormittag verbrachten wir am Strand und danach ging es für uns wieder Richtung Ablekuma.

 

So, das war ein kleiner Überblick über unser Leben hier in Ghana.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmal bei allen Spendern bedanken, die uns, und unsere das DRK- Mecklenburg Vorpommern unterstützen.

 

Danke!

Nationalpark Nationalpark   Cape Coast

 



 

07Oktober
2013

Ein paar Bilder aus Ghana ;-)

29Sept
2013

Der erste Tag in der Schule

Guten Abend.

 

WIR LEBEN NOCH!

Anfänglich fiel es uns hier wirklich schwer Fuß zu fassen. Die Menschen und die Kultur ist wirklich anders. Alles ist langsamer, wärmer, unordentlicher und nicht vergleichbar mit Deutschland.

Das alles hier haben wir uns leichter vorgestellt. Die Aufgabe war sich zu öffnen. Öffnen für die andere Kultur. Waren wir wirklich bereit uns für all das zu öffnen? Zur Zeit wissen wir es wirklich nicht! Wir vermissen unsere alten Gewohnheiten und die Menschen die uns ausmachen.

Ja- ihr fehlt uns!

In der Woche die wir hier sind, haben wir wirklich schon viel gesehen,erlebt und gelernt.

 

Unser erster Schultag:

 

Aufgewacht sind wir um 05:30 Uhr von den Kirchenglocken nebenan, den krähenden Hähnen, klassischer Musik aus dem Wohnzimmer ( Jan und Joel, unsere Mitbewohner sind leidenschaftliche Musiker) und dem Geräusch von plätscherndem Wasser. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass unter unserem Fenster, unmittelbar über unserem Bett, die ,,Wasserholstelle“ des Dorfes ist.

Nachdem wir uns durch unser Mosktionetz ins Badezimmer gekämpft haben, ging es unter die ,,Eimer“.

Frisch gebürstet und gestriegelt ging es dann um kurz vor halb sieben in die Schule.

Der Weg zur Schule ist circa zehn Minuten lang.

In der Schule wurden wir von unserem Gastvater, der gleichzeitig Direktor ist, begrüßt.

Wir wurden den Lehrern vorgestellt und bekamen eine Führung durch die Schule.

In der Schule gibt es insgesamt neun Klassen, zu circa 15 Schülern, und einem Kindergarten.

Uns gefällt es im Kindergarten wirklich sehr sehr gut- die Kinder zaubern einem einfach immer ein Lächeln ins Gesicht.

Der Unterricht fällt wirklich anders aus als in Deutschland. Die Kinder sind unruhiger und man hat das Gefühl, dass sie nicht wissen, wie Lernen geht. Das ist sehr traurig, aber wir geben unser Bestes das zu ändern!

Ungewöhnlich für uns ist, dass sich die Schüler oft einen Lehrer selber suchen.

Um 15:00 Uhr geht es nach Hause.

 

Erschlagen vom ersten Schultag legten wir uns dann erst einmal ins Bett.

25Sept
2013

Wir

Da sind wir im Kindergarten. Wir unterrichten aber natürlich auch :)

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